Michel Hollander war 1421 an der Wegnahme des Schiffes von Clawes Selandesvarer beteiligt.[1]

Leben

Namensvarianten:

Lebensdaten: um 1420.

Herkunft: Nyenstad (Neustadt)[2]

Tätigkeitsgebiet: Trave [3] [4]

Verwandtschaft: eventuell besteht ein Verwandtschaftsverhältnis zu Volquin Hollander [5]

Tätigkeiten

Aktivitäten als Gewaltakteur:

Michel Hollander entwendete 1421 gemeinsam mit Hans Kruse, Peter Dore, Peter RenwerdesClawes GudermanHinrich GudermanPeter GoldClawes SchutteClawes MertensPetrus Johan soneMarquardReymer und Vicke dem Schiffer Clawes Selandesvarer das Schiff. Da Michel Hollander der Besitzer der Schnigge war, mit der die Gewaltüberhnahme verübt wurde, erhielt er im Gegensatz zu den anderen Besatzungsmitgliedern den doppelten Beuteanteil.[6]

Das Schiff von Clawes Selandesvarer war aus der Trave gesegelt und transportierte stralsundische, lübische und greifswaldische Waren. Aus diesem Grund kontaktierten Stralsund und Greifswald im Zusammenhang mit dem Vorfall die Stadt Lübeck. Lübeck sollte eine Nachricht an die "Holstenherren" senden, um zwischen den Parteien zu vermitteln und die Rückgabe der entwendeten Güter zu erwirken.[7]

Michel Hollander wurde zusammen mit den oben aufgeführten Gewaltakteuren in Wismar gefangen genommen.[8]

Status: unbekannt

Fahrgemeinschaften:  Hans KrusePeter DorePeter RenwerdesClawes GudermanHinrich GudermanPeter GoldClawes SchutteClawes MertensPetrus Johan soneMarquardReymer und Vicke.

Auftraggeber: Marquard van SicgemBrüder van AneueldeGerd van Kotelberge und Breide Rantzowe.[9]

Geschädigte: Clawes Selandesvarer

Angaben zu Schiff und Besatzung: Michel Hollander war selbst der Besitzer der Schnigge, mit der die Gewaltübernahme verübt wurde.

Sonstige Tätigkeiten: unbekannt

Dokumentation der Recherche

Ohne Ergebnis gesucht in:

HR 1,1 - 1,6.

HR 1,8.

HR 2,1- 2,7.

HUB 4 - HUB 9.

LUB 7-11.

Sonstiges

Die Übernahme von Clawes Selandesvarers Schiff stand ebenso wie der daraus resultierende Schriftverkehr zwischen Stralsund, Greifswald und Lübeck vor dem Hintergrund eines Konflikts zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein und der skandinavischen Union.[10] Die skandinavischen Königreiche Schweden, Norwegen und Dänemark hatten sich 1397 unter König Erik, bzw. seiner Großtante Margarete, zu einem Unionskönigtum, der Kalmarer Union, zusammengeschlossen.[11] Da König Erik in den Folgejahren immer wieder territoriale und machtpolitische Ansprüche auf das Herzogtum Schleswig stellte, schlossen sich auch die Herzogtümer Schleswig und Holstein zusammen und erklärten Erik 1410 den Krieg.[12] Dieser Krieg, der insgesamt 25 Jahre andauerte, wurde Anfang des 15. Jahrhunderts auch auf See ausgetragen. Weil sich die kriegerischen Auseinandersetzungen zunehmend negativ auf den Handel auswirkten, bemühten sich die Hansestädte (Lübeck), um eine Beilegung des Konflikts. [13] Die Friedensverhandlungen führten zu einem Waffenstillstand, der immer wieder gebrochen wurde.[14] So fielen beispielsweise am 9. Juli 1420 dänsiche Truppen auf der Insel Fehmarn ein.[15] Dies ist im Kontext der Übernahme von Clawes Selandesvarers Schiff insofern interessant, dass mehrere der namentlich genannten Gewaltakteure aus der Gegend um Fehmarn stammten. Trotz der Invasion von Fehmarn wurden die Friedensverhandlungen auch im Jahr 1421 fortgeführt. Möglicherweise steht der Briefwechsel zwischen Stralsund, Greifswald und Lübeck im Zusammenhang mit diesen Friedensbemühungen. [16]

Quellen

LUB 6, Nr.366.

HR 1,7,Nr.400.

HR 1,7, Nr. 401.

HR 1,7, Nr. 402.

Literatur

Clarus, Nicolai: Bartholomäus Voet und die Freibeuter der Hansezeit. Untersuchungen zum Kaperwesen im Nordeuropa des 15. Jahrhunderts, Hamburg 2012.

Einzelnachweise

  1. LUB 6, Nr. 366.

  2. LUB 6, Nr. 366.

  3. Vgl.: HR 1, 7 Nr. 400-402

  4. Vgl.: LUB 6, Nr. 366.

  5. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet , Hamburg 2012, S.91.

  6. Vgl.: LUB 6, Nr. 366.

  7. Vgl.: HR 1,7, Nr. 400-402.

  8. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2012, S.90.

  9. Vgl.: LUB 6, Nr. 366.

  10. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2012, S. 89.

  11. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 54-55.

  12. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 60.

  13. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S.73.

  14. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 72-75.

  15. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 74.

  16. Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S.89.

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